Aktuelles

 

Wochenmeldungen

Zahlen zu Ernte und Stand der Verarbeitung in den Fabriken

http://www.zucker.ch/unternehmen/medien/

 

 

Alle Felder bereits Ende Oktober roden?

 

Wichtig ist die richtigen Reihenfolge bei der Ernte: Kranke, stark von Vergilbung oder Cercospora befallene Rüben rodet man möglichst als erste. Der Zuwachs ist bei vergilbter oder kranker Blattmasse praktisch inexistent. Beachten Sie, dass die Rübenwurzel ein lebender Organismus ist, welche mit der Zuckerveratmung beginnt, sobald sie aus dem Boden gerissen worden ist. Ein Lagern über mehrere Wochen bei Temperaturen über 5°C ist aus diesem Grund nicht ratsam. Solange sich die Temperatur im Oktober täglich im zweistelligen Bereich bewegt, wartet man noch ab.

 

 

Lagerung

Hohe Temperaturen an der Miete sind für Veratmungsverluste verantwortlich. Denken sie daran, dass Verluste generell zunehmen, je tiefer geköpft, je länger gelagert und je höher die Temperatur in der Miete ansteigt. Die Miete soll auskühlen können bevor das Vlies zum Einsatz kommt. Das Risiko von Lagerfäulen besteht, sobald sich eine durchnässte Miete über längere Zeit stark erwärmen kann. Deshalb muss in solchen Fällen das Vlies vor dem Regen darüber gezogen und bei Wärme und Sonnenschein nötigenfalls wieder angehoben werden, damit die warme Luft nach oben entweichen kann. Die Verluste durch Lagerung und zu früher Ernte können pro Tag gut und gerne ein Prozent erreichen. Zehn Tage zu frühe Ernte von gesunden Rüben und ungünstige Lagerung kann pro Hektare hochgerechnet Franken 50.- pro Tag ausmachen. Deshalb sind Rüben, welche nicht bis Mitte November zur Verarbeitung anstehen, im Boden vorläufig am besten konserviert.

 

 

Faule Rüben

Laut Branchenvereinbarung der Interprofession dürfen faule Rüben nicht in die Verarbeitung gelangen. In Ausnahmefällen sind Lieferungen mit maximal 10% angefaulten Wurzeln, in Absprache mit der Zuckerfabrik, lieferbar. Deshalb raten wir, alle Parzellen vor der Ernte nochmals zu kontrollieren und ev. faule Nester zu kennzeichnen oder noch besser, herauszuschlegeln damit der Fahrer die Rodeaggregate wenn nötig ausheben kann.

 

 

Schweizer Zuckerrübenpflanzer fordern Gleichbehandlung

 

App Betaswiss

Die Schweizer Zucker AG, der Schweizerische Verband der Zuckerrübenpflanzer und die Fachstelle für Zuckerrübenbau haben kürzlich eine App für Zuckerrübenpflanzer lanciert. Es ist auf den üblichen Download-Plattformen unter dem Namen "Betaswiss" zu finden und kann mit Ihren Zugangscodes von Ihrem Pflanzerkonto aus aufgerufen werden. Die Fachstelle stellt Ihnen aktuelle Informationen "in Echtzeit" zur Verfügung. Es ist uns eine Freude, dieses neue Kommunikationsmittel zu nutzen.

 

 

 

2020 – ein Blattlausjahr

 Die Wetterbedingungen im Herbst sind ganz entscheidend für die Intensität des Blattlausauftretens im Frühjahr. Ein vorzeitiger Laubfall hervorgerufen durch frühe Nachtfröste und heftige Stürme kann die Population stark reduzieren. Leider waren die Herbst-und Wintermonate von Oktober bis Februar viel zu warm, die eisigen Wintertemperaturen für eine natürliche Regulierung der Population fehlten. Blattlauseier sind zudem extrem frostresistent (bis -11°C). Aufgrund der sehr milden Monate Dezember, Januar und Februar müssen wir leider auch davon ausgehen, dass ein grosser Teil der Population lebend überwintern konnte und somit im Frühjahr früher und bereits mit einer höheren Populationsgrösse starten konnte.

 

Das Frühjahr 2020 war schweizweit gezeichnet durch eine sehr lang anhaltende Trockenheit zusammen mit einer Rekord-Bise. Die warmen Bedingungen im April führten dazu, dass sich die Blattlauspopulation auf dem Winterwirt sehr gut entwickeln und aufbauen konnte. Die Jugendentwicklung der Rüben verlief hingegen nur zögerlich. Zudem lösten sich die Beizstoffe in der Pillenhüllmasse im trockenen Boden nicht optimal.

   

Ende April/Anfang Mai erfolgt der Flug der geflügelten Blattläuse vom Winterwirt in die nahegelegenen Zuckerrübenbestände. Die Eiablage der Marienkäferweibchen erfolgt zur selben Zeit, ist aber sehr stark von der Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig. Wenn aber die Temperatur unter den Toleranzwert von ca. 12°C sinkt, tritt ein Entwicklungsstillstand ein. Wir gehen davon aus, dass die Kälteperiode während der Eisheiligen deren Entwicklung gehemmt hat. Dadurch konnten die Nützlinge die sehr grossen Blattlauspopulationen nicht bewältigen. Zudem war in diesem kühleren Zeitraum auch die Wirksamkeit des Insektizides Pirimor unzureichend und vermochte die Population nicht richtig zu dezimieren.

 

 

 

 

Schweizer Zucker ist gesucht - ein Kurzfilm des Schweizerischen Verbandes der Zuckerrübenpflanzer