Aktuelles

 

Wochenmeldungen

Zahlen zu Ernte und Stand der Verarbeitung in den Fabriken

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Sortenliste für den Anbau 2021

Die neuen Sorten für den Anbau 2021 sind bekannt

 

Die Generalversammlung der Schweiz. Fachstelle für Zuckerrübenbau, die sogenannte Sortenkonferenz hat entschieden:

 

  • Die bewährten Sorten Samuela und Strauss bleiben  ein letztes Mal auf der Verkaufsliste

  • Neu sind die Sorten Agueda KWS und Novalina KWS auf der Sortenliste.  Diese Sorten zeichnen sich durch hohe bereinigte Zuckererträge aus. Die Toleranz gegen Cercospora ist mittel bei Agueda KWS, eine sehr hohe Toleranz weist dagegen Novalina KWS aus, was sie auch für den reduzierten Fungizideinsatz prädestiniert und sie ist etwas weniger anfällig auf viröse Vergilbung.

  • Die cercotolerante Tesla von Strube eignet sich auch für Betriebe, welche im REB-Programm mitmachen und ist als Standardsorte gelistet.

  • Mit Caroll bringt Strube neues Material auf die Liste. Diese Sorte zeichnet sich durch einen hohen Zuckergehalt aus, dazu ist Caroll etwas weniger anfällig auf viröse Vergilbung.

  •  Im SBR-Vergilbungsgebiet wird die Hauptsorte Rhinema verstärkt durch die neue Spezialsorte BTS 2045, welche sich vor allem für Gebiete mit beginnendem SBR-Befall aufdrängt. BTS 2045 hat erst eine zweijährige Prüfung durchlaufen und ist deshalb noch nicht als Standardsorte aufgenommen worden.

  • BTS 2725 wird nicht mehr exklusiv für die SBR-Vergilbungszonen im Übergangsbereich aufgelistet, weil ihre Anfälligkeit auf viröse Vergilbung stärker ausgeprägt ist.   

  • Smart Belamia erhält mit der neuen Smart Manja Verstärkung, somit sind zwei Sorten mit ConvisoSmart Technologie auf der Liste. Die Leistung von Smart Manja ist etwas besser, jedoch ist Manja klar anfälliger auf Cercospora als alle anderen Sorten. Für den reduzierten Fungizideinsatz ist Smart Belamia weiterhin die erste Wahl.

  • Im BIO-Segment werden die bewährten Sorten Tesla und Rhinema weiter auf der Liste bleiben. Rhinema ist wiederum für Betriebe mit SBR-Vergilbung oder Rhizoctonia die erste Wahl. Neu wird das Duo durch Novalina KWS verstärkt. Diese Sorte weist einen hohen bereinigten Zuckerertrag auf und hat zudem eine hohe Cercotoleranz.

 

 

 

 

Lagerung

Das Risiko von Lagerfäulen besteht, sobald sich eine durchnässte Miete über längere Zeit stark erwärmen kann. Deshalb muss in solchen Fällen das Vlies vor dem Regen darüber gezogen und bei Wärme und Sonnenschein nötigenfalls wieder angehoben werden, damit die warme Luft nach oben entweichen kann. Die Verluste durch Lagerung und zu früher Ernte können pro Tag gut und gerne ein Prozent erreichen. Zehn Tage zu frühe Ernte von gesunden Rüben und ungünstige Lagerung kann pro Hektare hochgerechnet Franken 50.- pro Tag ausmachen.

 

 

Faule Rüben

Laut Branchenvereinbarung der Interprofession dürfen faule Rüben nicht in die Verarbeitung gelangen. In Ausnahmefällen sind Lieferungen mit maximal 10% angefaulten Wurzeln, in Absprache mit der Zuckerfabrik, lieferbar.

 

 

Schweizer Zuckerrübenpflanzer fordern Gleichbehandlung

 

App Betaswiss

Die Schweizer Zucker AG, der Schweizerische Verband der Zuckerrübenpflanzer und die Fachstelle für Zuckerrübenbau haben kürzlich eine App für Zuckerrübenpflanzer lanciert. Es ist auf den üblichen Download-Plattformen unter dem Namen "Betaswiss" zu finden und kann mit Ihren Zugangscodes von Ihrem Pflanzerkonto aus aufgerufen werden. Die Fachstelle stellt Ihnen aktuelle Informationen "in Echtzeit" zur Verfügung. Es ist uns eine Freude, dieses neue Kommunikationsmittel zu nutzen.

 

 

 

2020 – ein Blattlausjahr

 Die Wetterbedingungen im Herbst sind ganz entscheidend für die Intensität des Blattlausauftretens im Frühjahr. Ein vorzeitiger Laubfall hervorgerufen durch frühe Nachtfröste und heftige Stürme kann die Population stark reduzieren. Leider waren die Herbst-und Wintermonate von Oktober bis Februar viel zu warm, die eisigen Wintertemperaturen für eine natürliche Regulierung der Population fehlten. Blattlauseier sind zudem extrem frostresistent (bis -11°C). Aufgrund der sehr milden Monate Dezember, Januar und Februar müssen wir leider auch davon ausgehen, dass ein grosser Teil der Population lebend überwintern konnte und somit im Frühjahr früher und bereits mit einer höheren Populationsgrösse starten konnte.

 

Das Frühjahr 2020 war schweizweit gezeichnet durch eine sehr lang anhaltende Trockenheit zusammen mit einer Rekord-Bise. Die warmen Bedingungen im April führten dazu, dass sich die Blattlauspopulation auf dem Winterwirt sehr gut entwickeln und aufbauen konnte. Die Jugendentwicklung der Rüben verlief hingegen nur zögerlich. Zudem lösten sich die Beizstoffe in der Pillenhüllmasse im trockenen Boden nicht optimal.

   

Ende April/Anfang Mai erfolgt der Flug der geflügelten Blattläuse vom Winterwirt in die nahegelegenen Zuckerrübenbestände. Die Eiablage der Marienkäferweibchen erfolgt zur selben Zeit, ist aber sehr stark von der Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig. Wenn aber die Temperatur unter den Toleranzwert von ca. 12°C sinkt, tritt ein Entwicklungsstillstand ein. Wir gehen davon aus, dass die Kälteperiode während der Eisheiligen deren Entwicklung gehemmt hat. Dadurch konnten die Nützlinge die sehr grossen Blattlauspopulationen nicht bewältigen. Zudem war in diesem kühleren Zeitraum auch die Wirksamkeit des Insektizides Pirimor unzureichend und vermochte die Population nicht richtig zu dezimieren.

 

 

 

 

Schweizer Zucker ist gesucht - ein Kurzfilm des Schweizerischen Verbandes der Zuckerrübenpflanzer