Aktuelles

 

neue Ausgabe:

Newsletter vom 30.06.2020

 

 

2020 – ein Blattlausjahr

 

 

 

Leider stellen wir seit einigen Wochen in der Praxis eine Massenvermehrung der schwarzen Blattlaus fest, wie kommt es dazu?

 

Die Wetterbedingungen im Herbst sind ganz entscheidend für die Intensität des Blattlausauftretens im Frühjahr. Ein vorzeitiger Laubfall hervorgerufen durch frühe Nachtfröste und heftige Stürme kann die Population stark reduzieren. Leider waren die Herbst-und Wintermonate von Oktober bis Februar viel zu warm, die eisigen Wintertemperaturen für eine natürliche Regulierung der Population fehlten. Blattlauseier sind zudem extrem frostresistent (bis -11°C). Aufgrund der sehr milden Monate Dezember, Januar und Februar müssen wir leider auch davon ausgehen, dass ein grosser Teil der Population lebend überwintern konnte und somit im Frühjahr früher und bereits mit einer höheren Populationsgrösse starten konnte.

 

Das Frühjahr 2020 war schweizweit gezeichnet durch eine sehr lang anhaltende Trockenheit zusammen mit einer Rekord-Bise. Die warmen Bedingungen im April führten dazu, dass sich die Blattlauspopulation auf dem Winterwirt sehr gut entwickeln und aufbauen konnte. Die Jugendentwicklung der Rüben verlief hingegen nur zögerlich. Zudem lösten sich die Beizstoffe in der Pillenhüllmasse im trockenen Boden nicht optimal.

   

Ende April/Anfang Mai erfolgt der Flug der geflügelten Blattläuse vom Winterwirt in die nahegelegenen Zuckerrübenbestände. Die Eiablage der Marienkäferweibchen erfolgt zur selben Zeit, ist aber sehr stark von der Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig. Wenn aber die Temperatur unter den Toleranzwert von ca. 12°C sinkt, tritt ein Entwicklungsstillstand ein. Wir gehen davon aus, dass die Kälteperiode während der Eisheiligen deren Entwicklung gehemmt hat. Dadurch konnten die Nützlinge die sehr grossen Blattlauspopulationen nicht bewältigen. Zudem war in diesem kühleren Zeitraum auch die Wirksamkeit des Insektizides Pirimor unzureichend und vermochte die Population nicht richtig zu dezimieren.

 

 

neue Ausgaben:

Tätigkeitsbericht 2019

Versuchsbericht 2019

Rübenpflanzer II/2020

 

 

Düngungsempfehlung

Für die Behandlung mit Bor-Flüssigdüngern ist der Reihenschluss der optimale Zeitpunkt. Spritzen sie beim Erreichen von ebendiesem eine Menge von 5-7 kg/ha Solubor (Borsulfat) mit mindestens 300 l/ha Wasser über das Blatt.

 

 

 

 

 

 

Schweizer Zucker ist gesucht - ein Kurzfilm des Schweizerischen Verbandes der Zuckerrübenpflanzer