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SFZ – Newsletter vom 30. Juni 2009

 

Stand der Zuckerrüben

Zurzeit präsentieren sich die meisten Felder gut bis sehr gut. In einigen Gebieten wurden die Kulturen stark durch Hagel geschädigt.

Blattkrankheiten

Die Cercospora-Blattflecken haben sich verhalten ausgebreitet, trotz optimalen feucht-warmen Witterungsbedingungen, die die Entwicklung des Pilzes begünstigen. Es gibt immer noch Felder, die noch nicht mit einem Fungizid behandelt werden mussten. Viele Parzellen wurden dieses Jahr eindeutig zu früh behandelt. Vermutlich liessen sich viele Landwirte und Pflanzenschutzberater durch die ähnlichen aber ungefährlichen bakteriellen Blattflecken täuschen, die v.a. nach Starkniederschlägen und Hagel auftreten. Diese Flecken haben einen dunklen Rand um den helleren inneren Fleck. Dagegen eingesetzte Fungizide sind wirkungslos. Da der Fungizidschutz je nach Produkt, Aufwandmenge und Witterung nur 3-4 Wochen anhält, muss rechtzeitig an die Folgespritzung gedacht werden, möglichst mit einem andern Wirkstoff. In Regionen mit geringem Pilzdruck oder bei der Sorte Budera darf die 2. Behandlung auch eine Woche später erfolgen.

Blattflecken

Gegen bakterielle Blattflecken sind Fungizide wirkungslos.

Cercospora

Gefährliche Cercospora-Blattflecken

 

 

Rübenfruchtfolge mit Raps

In Europa gilt der Nematode Heterodera schachtii als einer der bedeutendsten Rübenschädlinge. Dank vielfältigen Fruchtfolgen hat diese Nematodenart in der Schweiz bisher kaum Bedeutung und tritt v.a. auf Gemüsebaubetrieben auf. Der vermehrte Anbau der beiden Wirtspflanzen Raps und Rüben in der gleichen Fruchtfolge (zusammen sind im ÖLN bis 50% möglich) könnte in Zukunft aber kritisch werden.  Untersuchungen in Deutschland haben gezeigt, dass insbesondere auf Ausfallraps die Vermehrung bedeutend sein kann und dass bereits 3-4 Wochen nach der Keimung die Nematoden einen ersten Zyklus abgeschlossen haben können. Wir empfehlen dringend, den Ausfallraps im 4-6 Blatt zu bekämpfen und ihn nicht als kostengünstige Gründüngung stehen zu lassen. In engen Raps-Rüben Fruchtfolgen sind mögliche nematodenreduzierende Senf- und Ölrettichsorten keine Alternativen. Hier sollten nicht nochmals Kreuzblütler als Gründüngung angebaut werden (erhöhtes Kohlhernierisiko).

 

Ausfallraps

Ausfallraps bekämpfen!

 

Nach der Getreideernte eine gute Basis für die Zuckerrüben 2010 legen
„Die Rübe ist der Spiegel der Bodenbeschaffenheit“ und zeigt schonungslos Mängel auf. Falls die Rüben sich verhalten entwickeln und fahlgrüne, vergilbte Blätter tragen, wird mit einer Spatenprobe (40 cm tief) die Ursache häufig ersichtlich:

  • Die Bodenbearbeitung und die Saat erfolgten in zu feuchtem Boden.
  • Zu feine Bodenbearbeitung, die später zu verschlämmter, verkrusteter Oberfläche geführt hat.
  • Kompakter oder verdichteter Boden.
  • Zu wenig verfügbarer Kalk, zu tiefer Boden-pH: Rüben benötigen gesunde, strukturstabile Böden, ausreichend verfügbareren Kalk und pH-Werte um 7 oder höher.

Der Grundstein für eine erfolgreiche Rübenernte 2010 kann jetzt gelegt werden. Folgendes System hat sich im Zuckerrübenbau bezüglich Kosten-Nutzen-Verhältnis bewährt: sieheInsbesondere besteht die Möglichkeit, die Rüben im Mulch- oder Direktsaatverfahren zu bestellen; alle Optionen bleiben offen.

   

Rübenanbau mit System

1) Die richtige Vorkultur wählen

Getreide ist die häufigste und beste Vorkultur zu Zuckerrüben. Mais hinterlässt oft einen verdichteten Boden und eine grosse Menge Ernterückstände. Das Maisstroh kann den Rhizoctonia-Fäuleerreger übertragen. Raps bringt Probleme mit Ausfallraps. Sonnenblumen als Vorkultur sind wegen Durchwuchsproblemen zu vermeiden. Zudem besteht in rübenlastigen Fruchtfolgen die Gefahr, dass Sonnenblumen Überträger der Rübenkopf-Nematoden sein können. Nach einem Grasbestand ist der Pflugeinsatz nötig. Durch die Vorschäler wird im Boden eine Grasmatratze gebildet, die für das Rübenwachstum sehr widerlich ist. Hinzu kommt, dass Rüben nach Gras häufig von Tipula (Erdschnaken) und Drahtwurmschäden betroffen sind.
   

2) Bodenproben, Grunddüngung, Kalkung
Da Fahrspuren auf der Rübenparzelle möglichst zu vermeiden sind, ist es sinnvoll, alle Arbeiten mit hohen Radlasten wie Kalkstreuen, Hofdünger ausbringen etc. vor der Bodenbearbeitung, auf trockenem, tragfähigen Boden durchzuführen.
Vorgehen:

  • Kalk düngen: Die Rüben benötigen Boden-pH-Werte von 7 und mehr. Dazu muss freier Kalk im Boden verfügbar sein.
  • Grunddüngung organisch (Hofdünger) oder mineralisch. Führen sie die organische oder mineralische Grunddüngung für Zuckerrüben bereits jetzt auf die Stoppeln aus. Zeigt die Bodenprobe die Versorgungsklasse C, genügt eine PK-Düngung von 60 resp. 180 kg/ha für Höchsterträge.
Kalkung
   

3) Ausdauernde Unkräuter bekämpfen

  • Unkräuter können auf Stoppeln gut bekämpft werden. Ausdauernde Unkräuter wie Quecken, Winden Disteln etc. jetzt bekämpfen.
  • Die Wirkstoffe Glyphosate (z.B. Round-up) und Sulfosate (z.B. Touchdown) erfassen vorhandene Blacken und Quecken gut.
  • Gegen Ackerwinden und Ackerkratzdisteln kann einem Glyphosate-Produkt 0.5 l/ha Banvel 4 S oder 2-3 l/ha 2,4-D (z.B. Gesin) beigemischt werden. Dabei ist zu beachten, dass eine Wartefrist von ca. 4 Wochen benötigt wird, damit die nachfolgende Saat nicht geschädigt wird.

Vorgehen:

  • Den Boden nach der Ernte nicht bearbeiten und die Wurzelunkräuter austreiben lassen.
  • Die chemische Bekämpfung erfolgt, sobald die Quecken und Disteln ca. 15 cm hoch sind und die Blacken eine Rosette ausgebildet haben.
  • Die Spritzbrühe möglichst konzentriert, mit maximal 150 – 200 l/ha Wasser, ausbringen.
  • Nach der Behandlung darf innert 5-6 Stunden kein Regen fallen.
  • Damit genügend Wirkstoff in die Wurzeln gelangen kann, darf eine Bodenbearbeitung frühestens bei Sichtbarwerden der Gelbverfärbung erfolgen.
   

4) Saatbett für die Zuckerrüben bereits im August vorbereiten

Die Zuckerrübe hat höchste Ansprüche an den Boden: Keine Verdichtungen, keine stauende Nässe, ausgewogene Luft- und Wasserversorgung bis in grosse Tiefen, ebenes, abgesetztes Saatbett etc.. Schwere Erntemaschinen verlangen zudem eine verbesserte Tragfähigkeit unserer Böden. Der Landwirt kann mit einer Bodenbearbeitung alleine keine gute Bodenstruktur erzwingen. Er kann höchstens dafür sorgen, dass die Voraussetzungen, d.h. der Luft- und Wasserhaushalt für die Umbauprozesse im Boden durch die Bodenorganismen und das Wurzelwachstum der Pflanzen stimmen. Alleine die Bodenlebewesen sind in der Lage die Bodenstruktur und einen krümeligen Boden aufzubauen und zu verbessern. Dazu benötigen sie einen guten Luft- und Wasserhaushalt, genügend Futter (Ernterückstände, Gründüngungspflanzen etc.), einen pH um 7 und genügend verfügbaren Kalk.
   

Massnahmen:

  • Stoppelbearbeitung: Ziel ist ein Saatbett, das bereit ist für eine Mulch- oder Direktsaat der Rüben.
  • Für eine Grundbodenbearbeitung ist jetzt der beste Zeitpunkt, da der Boden absolut abgetrocknet sein soll, bei der Bearbeitung bricht und nicht schmiert. Im Herbst oder im Frühjahr ist dies meistens nicht so! 
  • Bodenlockerung (>25cm): Falls eine tiefere Lockerung geplant ist, ist vorgängig abzuklären, wie tief der Boden für eine Bearbeitung trocken genug ist. Der Boden muss in der gesamten Tiefe trocken und brüchig sein.
Bodenlockerung
   

5) Die richtige Zwischenbegrünung

Phacelia ist ein Dunkelkeimer und muss gedrillt werden. Falls Raps in der Fruchtfolge steht, ist Phacelia eine gute Wahl. Gelbsenf darf nicht vor Anfang September gesät werden, um eine Samenbildung zu verhindern. Sarepta-Senf darf früh gesät werden. Ölrettich muss früh gesät werden und muss zum Blühen gelangen, um Wiederaustriebe im Frühling zu vermeiden.
Zwischenbegrünung

Schweiz. Fachstelle für Zuckerrübenbau (SFZ). Stefan Wyss

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